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Klassische Musik und Oper von Classissima

Georg Friedrich HĂ€ndel

Samstag 10. Dezember 2016


Crescendo

10. November

VerrĂŒcktheit als Verbindung – Ein Interview zum Film “Die Florence Foster Jenkins Story” mit Joyce DiDonato und Donna Leon - Neuer Film

Crescendo Ab dem 10.11. ist im Kino „Die Florence Foster Jenkins Story“ zu sehen. Antoinette Schmelter-Kaiser traf die Hauptdarstellerin und Star-Sängerin Joyce DiDonato sowie die Co-Produzentin und Bestseller-Autorin Donna Leon zum Interview in Berlin Crescendo: Warum haben Sie diesen Film zusammen gedreht, Frau DiDonato und Frau Leon? DiDonato: Den Anstoß gab der Regisseur Ralf Pleger. Er und ich sind Freunde, wir haben schon mehrere Projekte miteinander gemacht, u.a. „Drama Queens“ 2012. „Die Florence Foster Jenkins Story“ war wieder seine Idee – eine sehr verrückte. Verrücktheit ist wie ein Kleber, der uns zusammen hält. Leon: Wir beide waren total angetan von der Vorstellung, diesen Film mit ihm zu machen. Ich glaube, Ralf war sehr überrascht, dass wir derart positiv reagiert haben. DiDonato: Wäre es nur darum gegangen, Florence Foster Jenkins zu imitieren und als sehr gute Sängerin absichtlich schlecht zu singen, hätte mich das nicht interessiert. Viel spannender fand ich, dass sich Ralf gefragt hat, wie sich Florence selbst sah und hörte, welches Bild sie von der Welt um sich herum hatte, warum sie derart selbstbestimmt war. Crescendo: Kannten Sie Florence Foster Jenkins schon vorher? DiDonato: In der Sekunde, in der sich das Tor zur Opernwelt öffnet, kommt man automatisch mit ihr in Berührung. In meinem Fall war das an der Universität, wo es ihre Schallplatte in der Musikbibliothek gab. Meine erste Reaktion war, tief einzuatmen, dann die anderen um mich herum fragend anzuschauen, ob sie das auch hören, und dann in Lachen auszubrechen. Crescendo: Der Film ist eine halbdokumentarische Recherche. Hat diese Arbeit Ihren Blick auf Florence verändert? DiDonato: Ich habe viel über sie gelernt. Die große Frage ist ja, ob sie um ihre schlechte Stimme wusste und alle zum Narren hielt. Dafür gibt es keinen Beweis, wohl aber dafür, dass sie Syphilis hatte und mit Quecksilber behandelt wurde, was einen Einfluss auf das Gehör hat. Florence dachte wohl tatsächlich, dass sie gut ist. Dazu kam ihre Freiheit, Dinge zu tun und dann nicht mehr in Frage zu stellen – das genaue Gegenteil von mir. Ich möchte bis zum perfekten Endergebnis immer jede Note neu aufnehmen. Crescendo: Was halten Sie von Florence, Donna Leon? Donna Leon: Ich finde sie absolut geheimnisvoll. Sie hatte ein gewisses musikalisches Verständnis, brachte sich aber immer wieder in peinliche Situationen, von denen sie nichts merkte. Das macht das Ganze noch grotesker. DiDonato: Die meisten Leute denken, dass Florence durchgehend schlecht war. Aber das stimmt nicht. Sie lag oft fast richtig. Bei den hohen Noten nahm sie Anlauf, was wegen ihrer Aufregung meist etwas zu früh passiert, meinte es zu schaffen, bekam es mit ihrer Stimme dann aber doch nicht hin. Crescendo: Wie ist es Ihnen gelungen, ihren Gesang nachzuahmen? DiDonato: Dafür musste ich meine lange Ausbildung vergessen und versuchen, wie sie nur fast gut zu sein. Mein innerer Kampf war, das zu tun, es aber trotz aller Fehler wie eine außergewöhnliche Primadonna zu präsentieren. Crescendo: Florence hatte ein Faible für exzentrische Kostüme. Wie hat es sich angefühlt, sie zu tragen? DiDonato: Es gab da zwei unterschiedliche Outfits: ein bisschen übersteigerte, aber großartige. Und dann andere, die daneben und nicht wirklich schön waren. Das besondere an gelungenen Kostümen ist, dass man sich in ihnen wie die Figur fühlt. Für mich war teilweise wie ein komplettes Verschwinden meiner selbst. Vor allem in der Interview-Szene habe ich mich 30 Jahre älter und etliche Kilo dicker gefühlt. Das ist das Werk von Daria Kornysheva, der Kostümbildnerin. Crescendo: Es gibt auch Aufnahmen, in denen Sie regelrecht hässlich sind: mit schütteren Haaren, ungeschminkt und traurig. War es schwer, diese andere Seite der Medaille zu spielen? DiDonato: Diese spezielle Szene haben wir am Abend eines langen Drehtags aufgenommen, als ich wirklich müde war. Florence so zu spielen, war sehr berührend. Als ich in den Spiegel schaute, sah ich Krankheit, derart gut und schockierend war das Make-up. Crescendo: Was nehmen Sie für sich aus diesem Film für sich mit? DiDonato: Ich fand es total befreiend und spannend, als Sängerin das Streben nach Perfektion aufzugeben. Aber bei Florence ging es nicht nur um Musik. In einer Zeit, als Frauen keine Entscheidungen für sich trafen, ging sie einfach ihren Weg. Das liebe ich an ihr. Sie ist eine absolute Primadonna. 80 Jahre nach ihrem Tod verkauft sie mehr CDs als ich, drei Filme wurden über sie gedreht, wir sitzen hier und sprechen über sie. Crescendo: Wäre Florence eine gute Figur für ein Buch? Leon: Ich denke, dass ein Roman über sie spannend sein könnte. Die meisten Schriftsteller sind am inneren Verhalten ihrer Figuren interessiert. Über das von ihr zu spekulieren, könnte zu einem interessanten Text führen. Leider habe ich zu viel anderes zu tun, als mich ihr zu widmen. Crescendo: Nicht nur dieser Film und die Faszination für Florence verbindet Sie. Seit wann sind Sie befreundet? Leon: Wir kennen uns seit 2004, als Joyce noch ganz am Anfang war und der Dirigent Alan Curtis zu mir sagte: Da gibt es eine großartige amerikanische Sängerin, die Du Dir anhören musst. DiDonato: Ich muss ganz ehrlich sagen, wie geehrt ich durch unsere Freundschaft bin. Ich verehre niemanden mehr als Donna. Leon: Wirklich? DiDonato: Ich bewundere Dich für Deine Integrität, Deine Leidenschaft, Deine Großzügigkeit und Deinen unerschütterlichen Optimismus. Crescendo: Worüber sprechen Sie, wenn Sie sich treffen? DiDonato: Wie reden über Essen, Politik und den Zustand der Welt. Leon: Und über Glück: was man dafür tun kann und wie wir die Welt ein kleines bisschen besser machen können. Crescendo: Donna Leon erzählte mir, dass sie Sie für Ihr soziales Engagement bewundert. Warum ist Ihnen das so wichtig? DiDonato: Ich komme aus einer katholischen Familie, in der das Wort Berufung immer Thema war. Insofern war es mir wichtig, meine Talente zu nutzen, um Gott zu dienen. Das sehe ich heute nicht mehr so dogmatisch. Aber ich bin mit gewissen Fähigkeiten gesegnet und habe enorme Möglichkeiten bekommen. Ich denke, dass es meine Verantwortung ist, das nicht nur für mich zu nutzen. Ich persönlich fühle mich im Rampenlicht nicht so super wohl. Aber wenn ich es benutzen und in eine andere Richtung lenken kann, macht mich das sehr glücklich: Leon: Wir beide haben wirklich viel Glück gehabt. Das Leben war sehr gut zu uns. Es ist nur fair, etwas zurück zu geben. DiDonato: Ich weiß, wie verändernd Musik in meinem Leben war. Ich möchte, dass das mehr Menschen erleben. Leon: Wir haben einmal ein Konzert vor Schulkindern gegeben, die noch nie in ihrem Leben klassische Musik gehört hatten. Die waren einfach hin und weg davon. Zwei kleine Jungen standen einfach auf und haben das gesamte Programm dirigiert. DiDonato: Ich sterbe! Leon: Wahrscheinlich werden sie so eine Musik nie mehr hören. Ich bin sicher, dass beide eine einzigartige Erfahrung gemacht haben. Literatur ist auch eine Möglichkeit, um Türen zu öffnen. Aber Musik kann das noch besser. Denn sie packt einen. Man muss nicht denken, sondern gibt sich einfach seinen Gefühlen hin. Crescendo: Frau Leon, Sie gehen oft in die Oper. Hat sie immer die gerade beschriebene Wirkung? Leon: Das hängt von der Aufführung ab. Ich habe auch schon viele schlechte gesehen, wo ich nach dem ersten Akt gehe. Denn wenn der insgesamt nicht stimmig ist, ändert sich das später auch nicht mehr. Aber wenn die Aufführung gut ist, finde ich Oper umwerfend. Crescendo: An der Zürcher Oper haben Sie beide ein Podiumsgespräch geführt. Warum ging es? DiDonato: Wir haben über moderne Oper geredet. Leon: Und ich habe Joyce zu ihrer Rolle befragt, welche Musik sie hört, wen sie bewundert. Das sollten wir nochmal machen – vielleicht wenn Joyce in Februar an der Bayerischen Staatsoper „Semiramide“ singt. Wegen meinem vollen Terminkalender klappt ein Besuch ihrer Konzerte in Amsterdam, Wien und Brüssel nicht. Aber München muss sein. Joyce DiDonato brilliert seit Mitte der 1990er Jahre als Mezzosopranistin auf den besten Bühnen der Welt. Die 1969 geborene Amerikanerin wurde 2010, 2013 und 2015 beim Echo Klassik zur „Sängerin des Jahres“ gewählt. Gerade ist ihre neue CD „In War & Peace“ bei Warner Classics erschienen. Auf ihr singt DiDonato barocke Arien von Monteverdi bis Händel, deren Heldinnen und Helden ihrer Ansicht nach für die Suche nach Frieden inmitten von Zeiten des Chaos stehen (www.joycedidonato.com ). Donna Leon wurde mit ihren Krimis weltberühmt, deren Hauptfigur der venezianische Commissario Brunetti ist. Im Diogenes Verlag ist im Sommer 2016 sein 25. Fall mit dem Titel „Ewige Jugend“ erschienen. Die 1942 geborene Amerikanerin ist aber nicht nur Literatin, sondern auch eine erklärte Liebhaberin barocker Musik, die sie regelmäßig hört und u.a. mit dem italienischen Originalklang-Ensemble Il Pomo d‘Oro aktiv fördert. Florence Foster Jenkins gilt als die schlechteste Sängerin aller Zeiten. Dennoch macht die selbsternannte Operndiva im New York der 1920er Jahre Karriere: In ausgefallenen Kostümen und mit hemmungsloser Hingabe trat sie vor einem wachsenden Publikum auf – immer im Glauben, eine große Künstlerin zu sein. Sie veröffentlichte Schallplatten, wurde von Fans verehrt und brach 1944 mit ihrem legendären Auftritt in der Carnegie Hall alle Verkaufsrekorde. Als Mischung aus Drama und Dokumentarfilm erzählt Regisseur Ralf Pfleger in seinem Film „Die Florence Foster Jenkins Story“, der ab 10.11. im Kino zu sehen ist, die unglaubliche Geschichte der „Königin der Dissonanzen“ (www.florencefosterjenkins.de ).

musik heute

5. Dezember

Händel-Festspiele planen "Acis und Galatea" mit Puppen

Halle/Berlin (MH) – Die Händel-Festspiele Halle (Saale) zeigen im kommenden Jahr die Masque "Acis and Galatea" als Puppeninszenierung. Das Prager Figurentheater Buchty a loutky wird eine szenische Neuproduktion mit Holzmarionetten aufführen, teilte die Stiftung Händel-Haus [...] The post Händel-Festspiele planen "Acis und Galatea" mit Puppen appeared first on MUSIK HEUTE .






Georg Friedrich HĂ€ndel
(1685 – 1759)

Georg Friedrich HĂ€ndel (23. Februarjul. 1685 - 14. April 1759) war ein deutsch-britischer Komponist in der Epoche des Barocks. Sein Hauptwerk umfasst 42 Opern und 25 Oratorien – darunter den Messias mit dem bekannten Chorwerk „Halleluja“ – sowie zahlreiche Werke fĂŒr Orchester und Kammermusik. HĂ€ndel, dessen kĂŒnstlerisches Schaffen sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit erstreckte, war gleichzeitig als Opernunternehmer tĂ€tig. Er gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker ĂŒberhaupt. HĂ€ndels Werke gehören seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen zum AuffĂŒhrungsrepertoire, lĂ€nger als die jedes anderen Komponisten.



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