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Klassische Musik und Oper von Classissima

Georg Friedrich Händel

Dienstag 29. Juli 2014


Brilliant Classics Blog

25. Juli

Brilliant Classics: Neuheiten im August 2014

Brilliant Classics Blog Jeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. Auch dieses Mal informiere ich in meinem Neuheiten-Artikel kurz über alle kommenden Neuheiten. Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 8. August 2014 in den Handel. Eine Auswahl der hier vorgestellten Titel wird im Laufe der folgenden Wochen ausführlich im Blog vorgestellt werden. Anmerkung zur Schreibweise von Albumtiteln, Komponisten und Künstlern: Aus Gründen der Einfachheit und Einheitlichkeit orientiere ich mich an der auf dem Cover verwendeten, englischsprachigen Orthografie. Johann Sebastian Bach: Complete Edition Various Artists Epoche: Barock | Gesamteinspielung Brilliant Classics 94940 (142-CD-Box) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421949406 Die Bach Complete Edition war im Jahr 2000 die erste enzyklopädische Box von Brilliant Classics. Die Gesamtausgabe der Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) wurde zum dauerhaften Erfolg im Katalog, nicht nur wegen des günstigen Preises, sondern auch weil die Fachpresse die Qualität der Aufnahmen bestätigte. Die dritte Fassung der “Bach Complete Edition” zeichnet sich durch einige wesentliche Veränderungen aus: Das Orgelwerk liegt nun in der Einspielung von Stefano Molardi auf historischen mitteldeutschen Instrumenten vor; die Sonaten und Partiten für Violine sind in der Neueinspielung von Kristóf Baráti und die Violinkonzerte in der Interpretation von Thomas Zehetmair zu hören. Die großen Chorwerke liegen nun in Aufnahmen bedeutender deutscher Klangkörper wie der Akademie für Alte Musik Berlin, der Dresdner Philharmonie oder dem Gewandhausorchester Leipzig mit exzellenten Solisten vor. Last but not least: Durch eine effizientere Verteilung der Werke konnten über ein Dutzend CDs eingespart werden. ♦ Wolfgang Amadeus Mozart: Complete Edition Various Artists Epoche: Wiener Klassik | Gesamteinspielung Brilliant Classics 95010 (170-CD-Box) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421950105 Die Mozart Complete Edition, die 2006 anlässlich des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) erstmals erschien, war ein Meilenstein in der Geschichte der Tonträger: Nie zuvor war das Interesse breiter Hörerschichten an einer solchen Edition so groß. Offenbar übt Mozarts Musik nach wie vor eine unvergleichliche Faszination aus. Die neue Auflage der “Mozart Complete Edition” bleibt beim Erfolgsrezept der vorigen Ausgaben und kombiniert hochkarätige traditionelle Interpretationen, etwa des Philharmonia Orchestra unter Paul Freeman, der Staatskapelle Dresden unter Herbert Blomstedt bzw. Otmar Suitner oder der Pianistin Klára Würtz, mit historisch-informierten Aufführungen anerkannter Fachleute wie der Mozart Akademie Amsterdam unter Jaap Ter Linden, der Musica ad Rhenum unter Jed Wentz, La Petite Bande unter Sigiswald Kuijken und dem Fortepianisten Bart van Oort. ♦♦♦ Henri D’Anglebert: Complete Harpsichord Music Francesco Cera Epoche: Barock | Cembalomusik Brilliant Classics 94793 (3CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421947938 Die vorliegende 3-CD-Box des italienischen Alte-Musik-Experten Francesco Cera enthält das vollständiges Œuvre für Cembalo von Jean-Henri d’Anglebert (1629-1691), das im Kern aus den vier Suiten der “Pièces de Clavecin” (von 1689) und den darin enthaltenen Transkriptionen und Variationen über Ouvertüren, Tänze und Intermezzi aus Lully-Opern besteht. Dazu kommen noch einige handschriftlich erhaltene Stücke. Cera, ein ausgesprochener Kenner des französischen und italienischen Repertoires des 17. und 18. Jahrhunderts, erntete in der Vergangenheit für seine CDs viel Lob. Auf dieser Produktion spielt er auf einer modernen Kopie eines 1691 von Vincent Tibaut erbauten Cembalos. ♦ Giacomo Carissimi: Motets from Arion Romanus Ensemble Seicentonovecento, Flavio Colusso Epoche: Barock | Vokalmusik Brilliant Classics 94808 (3CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948089 Die vorliegende 3-CD-Box fasst die 28 Motetten aus dem Zyklus “Arion Romanus” von Giacomo Carissimi (1605-1674) zusammen, der 1670 von seinem Schüler (und Bewunderer) Giovanni Battista Mocchi veröffentlicht wurde. Die Motetten sind eine Quintessenz aus dem Schaffen Carissimis und belegen seine Bandbreite vom kunstvollen Concertato bis zum kontrapunktischen Madrigal. Aufgenommen wurden sie von erstklassigen italienischen Sängern und dem Ensemble Seicentonovecento unter der Leitung des Komponisten und Dirigenten Flavio Colusso, der für die Gesamtaufnahme der Oratorien Carissimis (auf 9 CDs!) einhelliges Lob von der Kritik erhielt. ♦ Darius Milhaud: Orchestral Music Orchestral of Radio Luxembourg, Darius Milhaud · Bernard Kontarsky, Louis de Froment Grant Johannesen · Carl Seeman, Klavier Thomas Blees, Cello Faure Daniel, Perkussion Ulrich Koch, Viola Epoche: Moderne | Orchestermusik Brilliant Classics 94862 (2CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948621 Das vorliegende Album fasst bedeutende Orchesterwerke von Darius Milhaud (1892–1974) auf zwei CDs zusammen: die sechs bezaubernden Kammersinfonien opp. 43, 49, 71, 74, 75 und 79, das Klavierkonzert No. 2 op. 228, das Violakonzert No. 1 op. 108, das Konzert für Percussion und kleines Orchester op. 109, die “Suite Cisalpine Sur Des Airs Populaires Piemontais” op. 332 für Cello und Orchester, die Ballettmusiken “L’homme et son désir” op. 48 und “Le Bœuf sur le toit” op. 58, “La Carnaval d’Aix” op. 83b für Klavier und Orchester und das Klavierstück “La muse ménagère” op. 245. Milhaud sorgt als Dirigent der meisten Aufnahmen für höchstmögliche Authentizität. ♦ August Gottfried Ritter: Complete Organ Music Massimo Gabba Epoche: Barock | Orgelmusik Brilliant Classics 94846 (2CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948461 Die vorliegende Doppel-CD fasst das gesamte Œuvre für Orgel von August Gottfried Ritter (1811–1885) zusammen: die Variationen über die preußische Kaiserhymne “Heil dir im Siegerkranz” op. 1, die sechs Choralvorspiele op. 7, die beiden Zyklen mit je drei großen Choralvorspielen opp. 8 und 9, einige Einzelwerke und die vier romantischen Orgelsonaten in d-Moll op. 11, e-Moll op. 19, a-Moll op. 23 und A-Dur op. 31. Als Organist ist der vielfach für seine Aufnahmen von der Fachpresse (Diapason, Organ Yearbook, Ars Organi u. a.) ausgezeichnete Italiener Massimo Gabba an der Sandri-Orgel der Wallfahrtskirche Maria Ausiliatrice im italienischen Aprica zu hören. ♦ Fernando Sor: Complete Studies for Guitar Enea Leone Epoche: Romantik | Gitarrenmusik Brilliant Classics 94791 (3CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421947914 Zu den wichtigsten Werken im großen Œuvre für Gitarre von Fernando Sor (1778–1839) gehören die zwei Etüden-Sammlungen op. 6 (ca. 1815/17) und op. 29 (1827). Für die vorliegende 3-CD-Box hat der von der Kritik für sein ›flüssiges und klares Spiel‹ gelobte italienische Gitarrist Enea Leone diese beiden zwölfteiligen, technisch äußerst anspruchsvollen Zyklen aufgenommen. Ergänzt wird das Album durch die weniger schwierigen, musikalisch allerdings ansprechenden didaktischen Sammlungen “24 Leçons progressives” op. 31 (1828), “24 Exercices très utiles” op. 35 (1828), “24 petites pièces” op. 44 (1831) und “Introduction à l’étude de la guitare” op. 60 (1837). ♦ Francesco Maria Veracini: Violin Sonatas From Unpublished Manuscripts Valerio Losito, Barockvioline Federico Del Sordo, Cembalo Epoche: Barock | Kammermusik Brilliant Classics 94822 (CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948225 Die vorliegende CD fasst virtuose und bemerkenswert originelle Kammermusik von Francesco Maria Veracini (1690–1768) aus unveröffentlichten Manuskripten zusammen, die sich heute im Bestand von Bibliotheken in Dresden, Wien, Florenz und London befinden. Der italienischen Barockviolinist Valerio Losito hat (gemeinsam mit dem Cembalisten Federico Del Sordo) für das Album fünf Sonaten und einige Präludien und Kanons zusammengetragen, die hier zum Großteil als Weltersteinspielungen vorliegen. Losito spielt eine von Pier Lorenzo Vangelisti 1741 in Florenz erbaute Violine, Del Sordo begleitet ihn auf einer modernen Kopie eines Cembalos von Christian Zell. ♦ Richard Wagner: Lieder Michela Sburlati, Sopran Marco Scolastra, Klavier Epoche: Romantik | Lied Brilliant Classics 94451 (CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421944517 Die vorliegende CD fasst Aufnahmen sämtliche Lieder von Richard Wagner (1813–1883) zusammen: Neben den bekannten Wesendonck-Liedern, die zwischen 1857 und 1858 (in der Schaffenszeit des “Ring des Nibelungen”) entstanden, enthält das Album auch “Gretchen am Spinnrade” und “Melodram” aus den “Sieben Kompositionen zu Goethes Faust” (1831) und einige Einzelwerke mit u. a. Victor-Hugo- und Heinrich-Heine-Vertonungen. Als Kuriosum enthält die CD die italienischsprachige Fassung der Wesendonck-Lieder, die der Verdi-Librettist Arrigo Boito anfertigte. Als Interpretin ist die italienische Sopranistin Michela Sburlati zu hören, begleitet wird sie von ihrem Landsmann Marco Scolastra. ♦ Silvius Leopold & Johann Sigismund Weiss: Sonatas for Transverse Flute and Lute Stefano Sabene, Traversflöte Mario D’Agosto, Barocklaute Epoche: Barock | Kammermusik Brilliant Classics 94455 (CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421944555 Die vorliegende CD fasst vier Sonaten für Flöte und Laute zusammen: Drei stammen von Silvius Leopold Weiss (1687–1750), eine von seinem jüngeren Bruder Johann Sigismund Weiss (1690-1737). Von den Werken sind lediglich die Lauten-Tabulaturen im “Londoner Manuskript” erhalten. Die Traversflöten-Parts sind leider verschollen. Stefano Sabene und Mario D’Agosto haben für das Album eingehend das virtuose Flöten-Repertoire der Epoche (insbesondere jenes von Johann Joachim Quantz) auf Melodik, Tessitur und Verzierung in Wechselwirkung mit dem Lautenspiel untersucht und die Erkenntnisse in ihren Rekonstruktionen mit französischen und italienischen Stilelementen kombiniert.

STEREO, Magazin fĂĽr HiFi, High End & Musik

16. Juli

Marantz-Verstärker mit DAC-Funktion

Rund 900 Euro kostet der neue Marantz-Vollverstärker PM 7005, der im August in Schwarz und in Silber-Gold in den Handel kommt. Für Vinyl-Fans bietet...




Brilliant Classics Blog

4. Juli

Brilliant Classics: Neuheiten im Juli 2014

Jeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. Auch dieses Mal informiere ich in meinem Neuheiten-Artikel kurz über alle kommenden Neuheiten. Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 18. Juli 2014 in den Handel. Eine Auswahl der hier vorgestellten Titel wird im Laufe der folgenden Wochen ausführlich im Blog vorgestellt werden. Anmerkung zur Schreibweise von Albumtiteln, Komponisten und Künstlern: Aus Gründen der Einfachheit und Einheitlichkeit orientiere ich mich an der auf dem Cover verwendeten, englischsprachigen Orthografie. Mario Castelnuovo-Tedesco: Complete Music For Two Guitars Duo Pace Poli Cappelli Epoche: Moderne | Gitarrenlmusik Brilliant Classics 94833 (2CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948331 Die vorliegende Doppel-CD fasst sämtliche Werke für zwei Gitarren von Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968) zusammen: die “Sonatina canonica” op. 196, die “Fuga elegiaca” op. 210a und, als Hauptwerk, den bekannten Zyklus “Les guitares bien tempérées” op. 199. Andrea Pace und Cristiano Poli Cappelli haben sich bei diesem kontrapunktischen Meisterwerk bewusst für die Originalfassung in g-Moll entschieden (und nicht für Ron Purcells Transposition in a-Moll). Für seine Deutungen hat sich das Duo intensiv mit den Manuskripten Castelnuovo-Tedescos auseinandergesetzt, im Bestreben, die Werke so genau wie möglich gemäß der Intention des Komponisten umzusetzen. ♦ Girolamo Crescentini · Mauro Giuliani: Songs for Soprano and Guitar Veronica Amarres, Sopran Sandro Volta, Gitarre Brilliant Classics 94779 (CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421947792 Weder der ‘italienische Orpheus’ Girolamo Crescentini (1762-1846) noch der bekannte italienische Gitarrist Mauro Giuliani (1781-1829) haben Opern komponiert, ihre empfindsamen Lieder offenbaren jedoch einen Schatz an intimen, filigran zu gestaltenden Belcanto-Gesangslinien. Die vorliegende CD der russischen Sopranistin Veronica Amarres fasst “Ariette” nach Texten Pietro Metastasios von Crescentini und Giuliani zusammen. Der sie begleitende italienische Gitarrist Sandro Volta spielt auf zwei historischen Instrumenten: eine von Filippo Guarmandi 1810 in Bologna erbauten Gitarre und ein von Louis Panormo 1826 in London erbautes Instrument. ♦ Wolfgang Amadeus Mozart: Chamber Music – Oboe Quartet K370 · Flute Quartet K285 · Fantasia K608 · Andante K616 · Adagio and Allegro K594 Ensemble Pyramide Epoche: Wiener Klassik | Kammermusik Brilliant Classics 94929 (CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421949291 Auf der vorliegenden CD sind Aufnahmen mit Kammermusik für Holzbläser von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zusammengefasst: Neben dem Oboenquartett KV 370 und dem Quartett für Flöte und Streichtrio KV 285, beinhaltet das Album auch drei Bearbeitungen kleinerer Werke, die Mozart ursprünglich für die ‘Flötenuhr’, eine Art mechanischer Orgel, geschrieben hat. Sie werden heute zumeist auf einer Orgel gespielt, da die alten Automaten, für die sie ursprünglich entstanden, verschollen sind. Markus Brönnimann vom Zürcher Ensemble Pyramide hat die Kleinode für diese Produktion als Kammerwerke arrangiert, in denen der Dialog der einzelnen Instrumente im Vordergrund steht. ♦ Jacob Ter Veldhuis: Complete Solo Piano Music · Views from a Dutch Train* · Piano Concerto No. 2 ‘Sky Falling’** Jeroen van Veen, Klavier Sandra & Jeroen van Veen, Klavierduo* Ronald Brautigam, Klavier** Netherlands Radio Chamber Philharmonic, Thierry Fischer** Epoche: Postmoderne | Klaviermusik Brilliant Classics 94873 (2CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948737 Auf der vorliegenden Doppel-CD ist das gesamte (bisherige) Werk für Solo-Klavier von t Jacob Ter Veldhuis (*1951, Künstlername ‘Jacob TV’), zusammengefasst, das über einen Zeitraum von über 30 Jahren zwischen 1979 und 2012 entstand. Als Solist ist Jeroen van Veen zu hören, einer der renommiertesten Pianisten der Niederlande für zeitgenössische Musik. Darüber hinaus enthält das Album “Views from a Dutch Train” für Klavierduo (aus dem Jahre 1992), gespielt vom Ehepaar Jeroen und Sandra van Veen sowie das Klavierkonzert No. 2 “Sky Falling” (2009), bei dem der weltbekannte Pianist Ronald Brautigam und die niederländische Radio Kamer Filharmonie unter Thierry Fischer zu hören sind. ♦ Various Composers: Entartete Musik – Works For Alto Saxophone And Piano by Dessau, Hindemith, Gál, Jacobi, Heiden, Dressel, Schulhoff, Von Knorr Duo Disecheis: David Brutti, Alt-Saxophon & Filippo Farinelli, Klavier Epoche: Moderne | Kammermusik Brilliant Classics 94874 (2CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421948744 Als Sinnbild des afroamerikanischen Jazz war das Saxophon in der zusammengeschusterten kulturellen Identität der Nationalsozialisten besonders verabscheuungswürdig. Auf dem vorliegenden Album spielt das italienische Duo Disecheis, David Brutti am Alt-Saxophon und Filippo Farinelli am Klavier, eine Auswahl an Werken für Saxophon, die von diffamierten Komponisten wie Dessau, Hindemith, Gál, Schulhoff u. a. geschrieben wurden. Diese “Entartete Musik” erweist sich als Abbild der kulturell heterogenen, fortschrittlichen Gesellschaft der Weimarer Republik und somit als lebendiger Gegenentwurf zum rückwärtsgewandten Kitsch der Nazis. ♦ Various Composers: Fantasia Mexicana – Mexican Guitar Music Rodolfo Pérez Epoche: Moderne | Gitarrenmusik Brilliant Classics 94939 (CD) → amazon.de | → jpc.de EAN: 5028421949390 Die vorliegende CD von Rodolfo Pérez stellt bekannte mexikanische Gitarrenmusik des 20. Jahrhunderts bisher ungehörten zeitgenössischen Werken gegenüber. Zwischen der “Sonata Mexicana” von Manuel Maria Ponce (1882-1948), einer Art Initialzündung der Gitarrenmusik aus Mexiko aus dem Jahre 1925, und den beiden Weltersteinspielungen “Tres Instantes de Éxtasis” von Julio Cesar Oliva (*1947) und “Fantasía Sinaloense” von José Ángel Ramírez (*1969) liegen rund 90 Jahre. Trotz unüberhörbarer Unterschiede zwischen dem Impressionisten Ponce und den beiden modernen Vertretern verbindet diese Werke die Nähe zu populären Volksliedern ihrer Heimat.



Musica Classica

3. Juli

Christoph Willibald Gluck - 300. Geburtstag

Nichts gegen Jubilare wie Richard Strauss oder den ebenfalls im Jahr 1714 geborenen Carl Philipp Emanuel Bach, aber mir persönlich liegt als Opernfan (und hier besonders des 18. Jahrhunderts) der heutige 300. Geburtstag von Christoph Willibald Gluck von allen Komponistenjuiläen des Jahres 2014 ganz besonders am Herzen! Zumal dieser sehr zu Unrecht in den letzten Jahrzehnten doch ein wenig ins Abseits geratene Künstler durchaus ein wenig mehr Aufmerksamkeit verdient hätte! Geboren am 2. Juli 1714 in Erasbach in der Oberpfalz als Sohn eines Försters war dem kleinen Christoph Willibald eine große Musikerkarriere sicher nicht in die Wiege gelegt worden, ein Schicksal, das er z. B. mit dem gut 2 Generationen älteren Kollegen Georg Friedrich Händel (1685-1759) teilt, der ebenfalls in eine Familie von Nicht-Musikern hineingeboren wurde - beide Komponisten haben sich übrigens im Jahr 1746 in London kennengelernt und dort auch zusammen musiziert! Als Gluck im Alter von 73 Jahren am 15.11.1787 in Wien starb, war er allerdings eine europäische Berühmtheit im Bereich der Oper – er hat also eine wirklich erstaunliche und ausgesprochen abwechslungsreiche Karriere machen können, wobei seine ereignisreiche Biographie jedoch für die erste Lebenshälfte (also die Zeit, bevor er zu internationalem Ruhm gelangte) bis heute mehrere nicht mehr dokumentierbare Lücken aufweist, genauso wie leider ein nicht unerheblicher Teil seiner Kompositionen (zumeist die aus der frühen italienischen Zeit) verschollen und wahrscheinlich für immer verloren ist. Und wenn in diesen wenigen Sätzen nun bereits schon Orte wie London, Wien und Italien erwähnt wurden, dann täuscht der Eindruck nicht: Gluck ist in seinem Leben – ähnlich wie Mozart - viel in Europa herumgekommen, neben den schon erwähnten Orten (in Italien war er übrigens unter anderem in Mailand, Neapel, Turin, Bologna, Rom und Venedig tätig) hat er auch in Prag, Kopenhagen, Dresden und – natürlich! - Paris (hier feierte er seine wohl größten Opernerfolge) seine künstlerischen Spuren hinterlassen. Für einen Künstler des 18. Jahrhunderts finde ich das wirklich ganz beachtlich! Nach musikalischen Anfängen im Böhmischen (er galt später vor allem als guter Cembalospieler), in Prag und Wien, beginnt Glucks Karriere als Opernkomponist im Jahr 1741 (da ist er immerhin schon 27 Jahre alt) im Geburtsland der Oper in Mailand mit einer Vertonung des von zahlreichen seiner Komponistenkollegen bereits mehrfach vertonten „Librettoklassikers“ Artaserse. Zu diesem Zeitpunkt konnte Gluck natürlich noch nicht ahnen, dass er in seinen späteren Wiener Jahren tatsächlich einmal mit dem legendären und hochberühmten Dichter dieses Operntextbuchs, Pietro Metastasio (1698-1782), in Wien im Auftrag der kaiserlichen Familie höchstselbst zusammentreffen und -arbeiten würde! Bevor aus Gluck der für die Musikgeschichte so bedeutende „Opernreformator“ werden sollte, liefert er jedoch zunächst über viele Jahre munter eigene Beiträge zur von ihm später so heftig kritisierten Gattung der Opera seria, bzw. des Dramma per musica, wie man die repräsentativen, abendfüllenden Opern ernsten Inhalts damals nannte. Als Textgrundlagen für diese Opern dienen fast ausschließlich die vielfach vertonten Textbücher Metastasios (das ist zu der Zeit eigentlich Standard) und da Gluck nach Beendigung seines Italienaufenthalts 1745 mehrfach mit umherrreisenden Operntruppen unterwegs war (die vor allem in Städten ohne eigene Opernhäuser auftraten), erleben seine nächsten Opern ihre Uraufführungen an so unterschieldichen Orten wie London, Kopenhagen, Prag, Wien, Dresden und dann noch einmal in Italien, nämlich im legendären Teatro San Carlo in Neapel, wo im Herbst 1752 Glucks La Clemenza di Tito (ein weiterer Librettoklassiker Metastasios) uraufgeführt wurde. Die Tatsache, dass Gluck zu diesem Zeitpunkt ein solches Engagement vom Impresario eines der zur damaligen Zeit wohl berühmtesten und renommiertesten Operntheater Italiens angeboten bekommt, zeigt, dass er sich im Laufe der Jahre ein ziemliches Renomee erarbeiten konnte, denn einen solch ehrenvollen Auftrag erhielt natürlich nicht jeder (nach dazu ein Nicht-Italiener)! Ab 1753 wird Gluck dann jedoch sesshaft und lässt sich dauerhaft in Wien nieder, wo er – abgesehen von zum Teil ausgedehnten Reisen und Aufenthalten an Orten, wo er Opernaufträge zu erfüllen hat – bis zu seinem Lebensende auch bleiben wird. In Wien hatte er bereits im Zeitraum von ca. 1734 bis 1737 gelebt (genauer lässt sich das nicht eingrenzen), 1748 seine Oper Semiramide riconosciuta (auf ein Textbuch von Metastasio natürlich!) zur Aufführung gebracht und im Jahr 1750 die wohlhabende Bürgerstochter Maria Anna Bergin (1732-1800) geheiratet – ihn verband also einiges mit dieser Stadt, die überdies ja auch ein wichtiges musikalisches Zentrum war. Glucks Kontakte zum habsburgischen Hof um Maria Theresia und ihre zahlreichen Kinder intensivieren sich nun und er erhält mehrfach Aufträge für kleiner dimensionierte Opernwerke (die sich dann beispielsweise Azione teatrale, Serenata teatrale oder Festa teatrale nennen) und die für Festivitäten gedacht sind, die ganz intim im Rahmen der kaiserlichen Familie stattfinden (die jungen Erzherzoginnen und –herzöge singen und musizieren allesamt nicht untalentiert - ganz so, wie es einst bereits ihre hochwohlgeborene Frau Mama in jüngeren Jahren getan hatte!) – für Glucks Ansehen und „Marktwert“ sind diese Kompositionsaufträge sicherlich mehr wert als für seine künstlerische Weiterentwicklung… Das wohl bekannteste Werk aus diesem Umfeld dürfte wohl die auch heute noch gelegentlich aufgeführte Azione teatrale Le Cinesi sein (das Textbuch stammt natürlich vom kaiserlichen Hofdichter Metastasio…), die 1754 ihre exklusive Premiere erlebt – „à la chinoise“ (oder zumindest das, was man sich darunter so vorstellt) ist zu der Zeit beim europäischen Adel gerade schwer en vogue... In Wien gab es zu der Zeit ganz neu ein Französisches Theater (die Annäherung Österreichs an Frankreich hatte vor allem außenpolitische Gründe), das meines Wissens im Burgtheater angesiedelt war und wo man aus Paris importierte Opéra comqiues (in französischer Sprache) spielte – kürzere, unterhaltsame Singspiele, deren in der Regel einfach gehaltene Musiknummern meist in liedhafter Strophenform daherkommen. Vom Theaterintendanten, dem einflussreichen Grafen Giacomo Durazzo (1717-94), protegiert, engagiert sich Gluck in den nächsten Jahren sehr für diese französischsprachigen Opern, die ihm eine ganz neue musikalische Bühnenwelt erschließen: Diese Stücke sind ganz anders als die virtuosen Gesangsrevuen neapolitanischer Machart, die er bisher für die Opernbühne komponiert hat! Gluck bearbeitet zu Beginn lediglich die importierten französischen Opern und richtet sie für die Verhältnisse vor Ort ein, indem er Form und Machart der simplen Strophenlieder der Vorlagen zunächst übernimmt; seine eigenständig entwickelten kompositorischen Beiträge zu diesen Stücken werden jedoch zunehmend größer und gipfeln schließlich in der 1764 uraufgeführten Oper La rencontre imprévue ou Les pélerins de la Mecque (Die Pilger von Mekka) in einem völlig eigenständigen Stil, der seinerseits zur späteren Entstehung des deutschsprachigen Singspiels (z. B. Mozarts Die Entführung aus dm Serail von 1782) entscheidend beigetragen hat! Nicht nur die Pilger von Mekka werden alsbald auch in deutscher Sprache gespielt und erfreuen sich großer Beliebtheit beim Publikum. Leider warten gerade diese Opern Glucks in der heutigen Zeit noch immer auf eine nachhaltige Wiederbelebung – und gerade hier bin ich aber pessimistisch: In einer Zeit, in der man generell an klassischen Opéra comqiues (z. B. von Grétry, Boieldieu, Auber oder Adam) nicht mehr sonderlich interessiert zu sein scheint und diese – zumal auf der Bühne – eigentlich gar nicht mehr anzutreffen sind, haben es natürlich auch Glucks Beiträge zu dieser vernachlässigten Gattung schwer…! Im Umkreis des umtriebigen Grafen Durazzo haben sich in Wien zu Beginn der 1760er Jahre weitere ausgesprochen kreative und fähige Köpfe zusammengefunden, so der Dichter Ranieri de‘ Calzabigi (1714-95) und der Choreograph Gasparo Angiolini (1731-1803). Und in Zusammenarbeit mit diesen Herren entstehen dann auch Glucks erste „Reformwerke“ für das Theater, die ein Zurück zu größerer Wahrheit und Klarheit der auf der Bühne dargestellten Handlung bewirken sollen. Es ist sicher kein Zufall, dass zur selben Zeit (also grob im Zeitraum zwischen 1760 und 1780) in der deutschen Literatur die Sturm und Drang-Bewegung vorherrscht, die zum einen das „echte, ungekünstelte Leben“ auf die Theaterbühnen zu bringen versucht und zum anderen auch ein ganz neues Selbstverständnis der meist sehr jungen Autoren propagiert: Man sieht sich als Dichter nicht mehr als Handwerker, als bloße Auftrags-Verseschmiede, sondern fühlt sich als „Genies“, als schöpferisch wirkende und damit zu Höherem berufene Künstler! Das bis heute nachwirkende Bild des kreativen und genialen Künstlers (mit all den damit zusammenhängenden Klischees) entsteht in dieser Zeit. Aus mehreren schriftlichen Zeugnissen geht hervor, dass Gluck und vor allem auch Calzabigi sich und ihre Rolle als Operntextdichter und –komponist ähnlich sahen: Sie hatten eine Mission und die bestand immerhin darin, die über Jahrzehnte verkrustete, institutionalisierte und ritualisierte Form der Oper zu reformieren und diese Kunstgattung zu neuer Aussagekraft zu führen! Die in diesem Zusammenhang in Wien entstandenen Werke wie das Ballett Don Juan ou Le festin de pierre (UA 1761), die Azione teatrale Orfeo ed Euridice (UA 1762) sowie die abendfüllenden Opern Alceste (UA 1767) und Paride ed Elena (UA 1770) werden vom Publikum dann zwar durchaus interessiert aber auch mit Irritation und teilweise Unverständnis aufgenommen. Viele empfinden die Werke als zu düster und traurig und nur wenige erkennen die radikal neuen Ideen und Ansätze, die diesen Stücken innewohnen und stilistisch wie ästhetisch weit in die Zukunft weisen! Sowas ist allerdings in der Kunstgeschichte immer wieder vorgekommen… Die Wirkung dieser neuartigen Opern in Wien war also nicht wirklich durchschlagend gewesen und nun traf es sich für Gluck ausgesprochen günstig, dass man dem berühmten Wiener Komponisten aus Paris den Auftrag erteilte, für die französische Hauptstadt gleich sechs (!) seiner neuartigen Opern zu komponieren (Gluck hatte mit Kompsoitionen in französischer Sprache ja zum Glück bereits eine Menge Erfahrung gesammelt!), um auch dort für einen frischen musikalischen Wind zu sorgen, denn auch die französische Oper hatte sich seit den glorreichen Tagen eines Jean-Baptiste Lully (1632-87) und dann nochmal eines Jean-Philippe Rameau (1683-1764) nicht mehr wirklich weiterentwickelt und man wartete auch hier sehnsüchtig auf neue künstlerische Impulse. Nicht zuletzt Glucks Librettist, der instinktsichere Marquis du Roullet (1716-86), hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf gehabt, dass dieser Auftrag aus Paris an den Wiener Komponisten erging. Begünstigt wurde die Entscheidung sicher auch dadurch, dass Gluck mit seiner ehemaligen Musikschülerin Marie-Antoinette, der Tochter Maria Theresias, als frisch vermählter Gattin des franzöischen Thronfolgers (und späteren Königs Ludwig XVI.) eine machtvolle Fürsprecherin an höchster Stelle in Paris besaß! Und so nahm die wohl größte Erfolgsgeschichte im Leben Glucks ihren Lauf: Im April 1774 wird die Oper Iphigénie en Aulide in Paris uraufgeführt (das Textbuch stammt vom bereits erwähnten Monsieur du Roullet) und schlägt wie eine Bombe ein – Glucks bis dahin wohl spektakulärster Opernerfolg! Tout Paris ist im Iphigenie-Fieber – die langersehnte Erneuerung der französischen Oper scheint endlich Wirklichkeit geworden zu sein durch die prägnante Musiksprache des Komponisten aus dem fernen Wien! Um den erzielten Erfolg richtig auszukosten lässt man bereits im August 1774 den geschickt nach französischen Gepflogenheiten und Erwartungen umgearbeiteten Wiener Orfeo folgen, jetzt Orphée et Euridice betitelt (zu dieser Oper, die zu meinen absoluten Lieblingsopern gehört, muss ich demnächst unbedingt mal einen eigenen Artikel verfassen!) und landet damit erneut einen Volltreffer! Glucks Befürworter und Gegner (die die Zukunft auch der französischen Oper eher in der Ästhetik italienischen Oper sehen) beharken sich ausgiebig und lustvoll in der Pariser Öffentlichkeit und spätestens jetzt ist Gluck (der sich aus diesen Streitigkeiten diplomatisch heraushält) ein Superstar – protegiert und fürstlich entlohnt vom französischen Hof, porträtiert auf Gemälden und Büsten und nun endlich auch vom heimischen Wiener Hof gebührend geehrt – man verleiht ihm den Titel eines Hofkompositeurs (ohne dass damit irgendwelche Verpflichtungen verbunden wären!), ein Posten, der ebenfalls mit einem stattlichen Jahresgehalt verbunden ist! Wahrscheinlich war man – nach allem, was da an Nachrichten aus Paris über Glucks sensationelle Erfolge in der Fremde nach Wien gelangte – gehörig stolz auf den dem Kaiserhaus ja nun schon seit vielen Jahren eng verbundenen Musiker und wollte diesen entsprechend an sich binden, ohne ihn in seiner künstlerischen Entfaltung irgendwie einzuschränken. Von solcher Anerkennung und solch großzügigen Zuwendungen durch den Wiener Hof hat ein Wolfgang Amadé Mozart sein Leben lang leider nur träumen können… Übrigens verkehrte Mozart in den 1780er Jahren mit Gluck auf respektvoller und durchaus freundschaftlicher Ebene und Gluck lobte Die Entführung aus dem Serail des deutlich jüngeren Kollegen ausdrücklich und setzte sich sogar für Aufführungen dieser Oper ein! Nachdem du Roullet die Wiener Alceste in die französische Alceste (nun „Alzäst“ statt bisher italienisch „Altscheste“ ausgesprochen!) umgetextet und Gluck eine sehr umfangreiche Revision seiner acht Jahre alten Komposition vorgenommen hat (wobei er konsequent einige von ihm selbst als zu langatmig geratene Passagen zusammenstreicht und mehr Abwechslung durch einen vorher nicht vorhandenen Auftritt des Helden Hreakles im 3. Akt schafft) wird diese Oper im April 1776 erstmals in Paris gegeben, die Premiere war zwar ein Misserfolg, weitere Aufführungen brachten dann aber doch noch den erhofften Beifall. Mit seiner nächsten Oper für Paris, der 1777 uraufgeführten Armide landet Gluck dann noch einen ganz besonderen Coup: Er vertont ein über 100 Jahre altes Libretto in uveränderter Form komplett neu, ganz in seinem Stil und erzielt erneut einen außerordentlichen Erfolg! Das Besondere an diesem alten Libretto von Philippe Quinault (1635-88) ist, dass es 1686 durch den Hofkompositeur des legendären Sonnenkönigs Ludwig XIV. vertont wurde und in Franrkeich seitdem als ein absoluter Klassiker der Opernbühne galt. Das wäre ungefähr ebenso, als wäre rund 100 Jahre nach der Premiere der Zauberflöte ein, sagen wir, französischer Komponist in Wien auf die Idee gekommen, das Libretto von Emanuel Schikaneder ein zweites Mal zu vertonen – und damit auch noch sensationell erfolgreich gewesen! Man kann sich vorstellen, was nach der Premiere der Gluckschen Armide los war, wenn man an die zuvor ja schon herrschenden „Fraktionskämpfe“ denkt! Bei allen diesen Opernproduktionen ist Gluck in die gründliche und sorgfältige Probenarbeit eingebunden (da legt er großen Wert drauf!) und überhaupt ist die Herangehensweise an seine Pariser Opern eine ganz neuartige: Hier entstehen nicht mehr „Fließbandproduktionen“ mit darin enthaltenen, beliebig austauschbaren Virtuosenstücken, wie es in der italienischen Opera seria jahrzehntelang Gültigkeit hatte (und was auch in den italienischen Opern aus Glucks Anfangsjahren absolut üblich war) – nein, diese neuen Opern sind werden als ganz eigenständige Kunstwerke angesehen, mit einer jeweils ganz auf das Stück bezogenen musikalischen Aussage! Die moderne Oper als individuelles Kunstwerk ist entstanden – vom Künstler als solches konzipiert und vom Publikum als solches akzeptiert. Die Verwirklichung dieses hohen künstlerischen Anspruchs ist der bleibende Verdienst Glucks in der Musikgeschichte. Im Mai 1779 schließlich erlebt die Oper Iphigénie en Tauride ihre umjubelte Pariser Premiere und dann erleidet der erfolgsverwöhnte Gluck im September desselben Jahres mit seiner Oper Echo et Narcisse einen Misserfolg, an dem auch eine Umarbeitung im Folgejahr nichts ändern kann. Diese sicher interessante letzte Gluck-Oper ist bis heute unbegreiflicherweise ein „Schmerzenskind“ geblieben, die auf den Bühnen nicht gespielt wird und deren einzige mir bekannte Aufnahme seit Jahren vergriffen ist (und selbst jetzt im Gluck-Jahr nicht noch einmal neu herausgebracht wurde)! Verbittert über die Reaktionen des Publikums und der Presse verlässt Gluck die französische Hauptstadt und kehrt endgültig nach Wien zurück; spätere Pläne, doch noch einmal nach Paris zurückzukehren, werden durch den angeschlagenen Gesundheitszustand des Meisters (mehrere Schlanganfälle!) vereitelt. Er betreut noch eine in deutscher Sprache produzierte Wiener Fassung der Iphigenie auf Tauris im Jahr 1781 und kann erleben, wie auch weitere seiner (Pariser) Opern in Wien erfolgreich gegeben werden. Sein wohl letztes Werk, ein De profundis (eine seiner wenigen geistlichen Kompositionen) wird dann auch im Rahmen seiner Begräbnisfeier unter der Leitung von Antonio Salieri (1750-1825), der von Gluck in den Jahren zuvor protegiert worden war (und sich auch als dessen Schüler bezeichnete, ohne von diesem jemals wirklich unterrichtet worden zu sein), aufgeführt. Sehr interessant ist nun der Umgang der Nachwelt mit der künstlerischen Hinterlassenschaft Glucks: Lange gerühmt und als Vorbild betrachtet werden seine großen, für Paris produzierten Opern – sie bilden quasi den Grundstock des „musikalischen Klassizismus“, der grob in den Jahren zwischen 1780 und 1810 die Opernbühnen vor allem Frankreichs und Deutschlands beherrscht, zumindest, was die repräsentative, ernste Oper anbetrifft. In diesem Stil komponieren z. B. Salieri (hier vor allem die Oper Les Danaides, die 1784 in Paris unter dem werbewirksamen aber falschen Etikett eines Gluck-Salieri-Gemeinschaftswerks uraufgeführt wird), Mozart (dessen 1781 in München uraufgeführter Idomeneo ohne Glucks maßstabsetzende „Vorarbeiten“ so ganz gewiss nicht hätte entstehen können – ebenso wie die 1791 komponierte La clemenza di Tito!), aber auch Komponisten wie Luigi Cherubini (1760-1842) oder Gasparo Spontini (1774-1851). Zu Glucks Bewunderern im 19. Jahhrundert zählen unter anderem Hector Berlioz (1803-69) und Richard Wagner, beide interessanterweise ebenfalls Künstler mit dem hohen Anspruch an sich selbst, reformierend in den Verlauf der Musikgschichte eingreifen zu müssen. Von beiden Komponisten stammen auch Bearbeitungen Gluckscher Opern, die dem aktuellen Zeitgeist angepasst wurden (im 19. Jahrhundert war man da noch nicht zimperlich, was den Begriff der „Werktreue“ anging…) – was dazu führte, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Opern wie Alceste oder dem Orfeo (beides übrigens Werke, die nach wie vor in den Spielplänen der Opernhäuser vertreten waren - genau wie die beiden Iphigenie-Opern!) seltsame Mischfassungen existierten, die teilweise auf den italienischen Erstfassungen basierten, zum Teil Elemente aus den französischen Zweitfassungen integrierten, oder umgekehrt verfuhren… Daneben existierten – quasi außer Konkurrenz – auch noch einige der in Wien entstandenen Opéra comiques, die vor allem auf deutschen Bühnen (in deutscher Sprache) neben ähnlichen Werken von Komponisten wie Auber oder Boieldieu gerne gespielt wurden. Wenn man sich Darstellungen der Operngeschichte aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert anschaut (z. B. die von Oscar Bie aus dem Jahr 1913), dann erhält man den Eindruck, dass die ernstzunehmende Geschichte des Musiktheaters tatsächlich erst mit Gluck – und ganz konkret mit dem Orfeo aus dem Jahr 1762 – beginnt. Alles, was es in den 150 Jahren davor in der Welt der Barockoper gegeben hat, wird gönnerhaft als unbedeutend und für die moderne Bühne als untauglich abgetan! Es erscheint zu diesem Zeitpunkt völlig unvorstellbar, dass sich Opern von Komponisten wie Händel, Vivaldi oder gar Monteverdi jemals wieder als repertoiretaugliche Werke etablieren könnten! Das Gleiche gilt natürlich auch für Glucks Opernschaffen vor dem Orfeo! Hier herrscht jahrzehntelang große Gleichgültigkeit und Desinteresse! Amüsant ist es, das Bemühen vieler Biographen und Operngeschichtsverfasser zu verfolgen, die Glucks Laufbahn als die eines von Anfang an zielgerichtet handelnden Reformators darzustellen versuchen. Da wird das Frühwerk (also die ganzen Opern, die auf Libretti Metastasios basieren) als eine Art „Übungs“- oder „Aufwärmphase“ klassifiziert, frei nach dem Motto „man muss das, was man reformieren will, schließlich gut kennen“… Umso schwerer tun sich die Biographen dann mit den zahlreichen „ästhetischen Rückfällen“ Glucks – denn wie soll man es zum Beispiel glaubhaft erklären, dass er nach dem Meilenstein seines Orfeo im Jahr darauf tatsächlich wieder eine „herkömmliche“ Metastasio-Oper, nämlich Il trionfo di Clelia für Bologna komponiert oder ebenfalls 1763 eine Neufassung seiner Oper Ezio herausbringt? Ich bin sicher, dass diese stilistische „Zweigleisigkeit“ für Gluck kein Widerspruch war – in Wien hatte er einfach das Glück gehabt, mit dem Kreis um den Intendanten Durazzo und Ranieri de‘ Calzabigi eine Gruppe künstlerisch Gleichgesinnter zu treffen, mit denen er vor Ort (aber eben auch nur dort!) seine neuartigen Opernprojekte verwirklichen konnte. Außerdem kann man an den Partituren der beiden genannten Opern des Jahres 1763 sehr gut erkennen, dass Gluck durchaus neu gewonnenen Erkenntnisse in diese Werke hat einfließen lassen! Erst nach seinen großen Erfolgen in Paris (und der damit verbundenen wirtschaftlichen Unabhängigkeit) hätte er es sich leisten können, auch einen lukrativen Kompositionsauftrag für eine Oper im „althergebrachten“ neapoiltanischen Stil abzulehnen – dies hätte er aber wohl auch aus seinem künstlerischen Selbstbewusstsein heraus dann eh nicht mehr getan… In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trifft man dann Glucks komische Opern immer seltener auf den Spielplänen an – ebenso wie die Opern von Auber & Co., was (wie oben schon erwähnt) bis heute ja leider so geblieben ist. Aber auch die einstmaligen, jahrzehntelangen Repertoiresäulen wie Alceste oder die beiden Iphigenien werden längst nicht mehr so regelmäßig aufgeführt (immerhin macht man sich seit einigen Jahren die Mühe, die verschiedenen Wiener und Pariser Fassungen wieder deutlich voneinander zu trennen und die Opern „sortenrein“ aufzuführen!) – die Werke, die man zur Gattung des von Gluck begründeten Opernklassizismus rechnen kann, sind von der Wiederentdeckung der Belcanto-Oper des frühen 19. Jahrhunderts (also Werke von Rossini, Bellini und Donizetti) ziemlich verdrängt worden. Das Publikum erfreut sich seit den Tagen einer Maria Callas, Joan Sutherland, Marilyn Horne oder Edita Gruberova lieber an spektakulären Gesangsnummern aus der „Belcanto-Küche“, statt den über weite Strecken in zwar hochdramatischen, aber doch eben auch oft recht gleichförmigen und langatmigen Rezitativen verlaufenden Opern eines Cherubini, Spontini und leider eben auch Gluck zu folgen… Und so ist es eigentlich eine logische Entwicklung (die vor, sagen wir, 15 oder 20 Jahren noch überhaupt nicht absehbar war), dass – zunächst zaghaft, dann aber immer vehementer - Glucks frühe italienische Opern in den Fokus des musikalischen Interesses geraten! So etwas wie eine Initialzündung lieferte die famose Cecilia Bartoli, die im Jahr 2001 mit ihrem Album “Gluck Italian Arias“ eine Auswahl bis dahin fast durchweg noch niemals auf Tonträger erschienenen Arien aus Metastasio-Opern Glucks vorlegte. Und überrascht musste man feststellen, was da für erstaunliche, hochdramatische und musikalisch mitreißende Perlen zum Vorschein kamen! Dabei hatte man als Opernfan doch immer und immer wieder zu lesen und hören bekommen, dass Glucks italienisches Frühwerk „lediglich“ eine Art Vorstufe zu seinen späteren reformatorischen Meisterwerken darstellt und somit ohne größere Bedeutung, geschweige denn künstlerische Aussagekraft sei! Die Neugier des Publikums war jedenfalls deutlich geweckt worden! Und so war es dann auch nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Gesamtaufnahmen dieser Opern produziert wurden – diese Tatsache wurde noch dadurch begünstigt, dass in den letzten Jahren ja auch die Countertenöre in puncto Beliebtheit, Gesangstechnik und Experimentierfreudigkeit einen enormen, bisher so nicht gekannten Aufschwung erlebt haben und nun die ursprünglich für Kastraten vorgesehenen Partien in diesen Opern übernehmen können. Ein ausgesprochen praktischer Doppeleffekt! Fast schon absurd scheint es, dass die Oper Ezio in den Jahren 2007, 2008 und 2011 in gleich 3 (!) verschiedenen Einspielungen auf dem Markt erschien (darunter neben der zweimal vertretenen Prager Fassung von 1750 immerhin auch einmal die Wiener Version von 1763)! Da fragt man sich wirklich, was das denn nun soll? Es gibt noch eine ganze Reihe Gluck-Opern, die sicher hochinteressant sind (und – nicht ganz unwichtig – deren Partitur vollständig erhalten ist!), von denen bis heute aber noch nie eine Gesamtaufnahme erschienen ist (z. B. der Telemaco von 1765) – muss man denn da unbedingt eine Opernrarität gleich mehrfach auf den Markt bringen, statt sich vielleicht sinnvoll zu ergänzen?!? Überhaupt ist die Reaktion auf das runde Gluck-Jubiläum (wie zu befürchten war) von Medien, Plattenfirmen und Bühnen leider nicht allzu groß – jedenfalls steht sie in keinem Vergleich zu dem, was im vergangenen Jahr zu Wagners 200. Geburtstag los war! Es gibt natürlich einige Opernaufführungen zu Ehren des Jubilars, aber hier trifft man am häufigsten auf den eigentlich eh immer im Spielplan präsenten Orfeo (viele Intendanten scheuen wohl das Risiko, Unbekanntes ins Programm zu nehmen) und mittlerweile sind ja selbst Werke wie Alceste oder die beiden Iphigenie-Opern so selten in den Spielplänen vertreten, dass man froh ist, diese Stücke überhaupt mal wieder in Opernprogrammen verschiedener Häuser erscheinen zu sehen… (oder bin ich da zu hart im meinem Urteil?) Auf dem CD-Sektor sieht es in puncto Neuerscheinungen leider auch nicht viel besser aus: Es gibt eine bei DECCA erschienene Gluck-Box “The Great Operas“, die seine bekanntesten Opern enthält – allesamt in künstlerisch hochwertigen Aufnahmen aus den letzten 10 bis 20 Jahren (die zum Teil auch schon länger vergriffen waren), aber eben alles keine Neueinspielungen! Vielleicht ist die Konkurrenz zum anderen „Opernjubilar“ dieses Jahres (Richard Strauss) hier dann doch zu groß und somit zu Ungunsten des älteren Gluck ausgefallen? Auch Plattenfirmen haben leider nicht mehr so viel Geld wie früher… Ganz frisch erschienen ist bei DECCA eine Zusammenstellung von Tenor-Arien aus verschiedenen Gluck-Opern mit dem jungen Tenor Daniel Behle. Während noch vor 15 oder 20 Jahren hier wahrscheinlich keine einzige Arie aus einer Metastasio-Oper dabei gewesen wäre, sind diese nun in der Mehrzahl (7 von 10)! Es gibt darüberhinaus noch je eine Arie aus La rencontre imprévue (erstaunlich, aber auch sehr erfreulich!), aus Iphigénie en Aulide und aus dem Orphée natürlich Glucks berühmteste Arie überhaupt, das anrührende "J'ai perdu mon Eurydice" - eine lobenswerte Neuerscheinung, auch wenn mir Behles Tenor nicht in allen Arien wirklich zusagt. Eine wirklich rundum gelungene Aufnahme gibt es dann aber doch und sie hat mir dieses Gluck-Geburtstagsjahr ganz besonders versüßt: Die im Herbst 2013 im Rahmen einer konzertanten Aufführung im benachbarten Leverkusen (!) aufgezeichnete und in diesem Frühjahr beim Label Deutsche Harmonia Mundi erschienene Ersteinspielung der 1752 für Neapel entstandenen La clemenza di Tito unter der Leitung von Werner Ehrhardt! Eine ganz furiose, wunderbare Aufnahme dieses frühen Meisterwerks, das so lange sträflich vernachlässigt wurde - unbedingt zu empfehlen! Als Gluck- und Opernfan (mit Interessenschwerpunkt im 18. Jahrhundert) kann ich nur sagen: Mehr davon! Gluck hat es wirklich verdient!!

Crescendo

2. Juli

Woher kommt eigentlich… Glucks wunderschöne Arie „Ô malheureuse Iphigénie“? - Woher kommt eigentlich... Glucks „Ô malheureuse Iphigénie“?

„Dieß Werk machte zu seiner Zeit in der musikalischen Welt großes Aufsehen“, meinte Johann Nikolaus Forkel, Bachs erster Biograf. Als 1726 Bach seine Clavierübung Nr. 1 veröffentlichte, konnte er nicht wissen, dass die Gigue aus der 1. Partita einmal Vorlage für eine Opernarie werden sollte. Wohl aber wusste er, wie man Komponiertes mehrfach verwendet. Eine damals gängige Praxis. Im Bereich der Oper waren sogenannte „Pasticci“ beliebt, Opern, die sich einer Pastete gleich aus Zutaten anderer Opern zubereiten ließen. "Gluck war nicht nur ein Erneuerer der Oper, sondern ein Meister der Wiederverwendung." Christoph Willibald Gluck war nicht nur ein Erneuerer der Oper, sondern auch ein Meister der Wiederverwendung. Viele Arien hat er seinen früheren Opern „entlehnt“ oder sich zum Beispiel von Bach inspirieren lassen. Zu Beginn des 4. Aktes der Oper Iphigénie en Tauride (1778) taucht die Arie “Je t’implore et je tremble” auf. 1765 sang sie die Circe in Telemaco auf Italienisch: “Se a estinguer non bastate”. In Antigone (1756) hieß die Arie “Perché se tanti siete”. Allen drei gemeinsam: die Gigue von Bach. Iphigénie en Tauride wurde 1779 in Paris uraufgeführt. Wer da zum erstenmal „Ô malheureuse Iphigénie“ hören konnte, diese wunderschöne Weise der sich selbst betrauernden Iphigenie, musste ein gutes Gedächtnis haben, um die Arie „Se mai senti spirati sul volto“ aus Clemenza di Tito wiederzuerkennen. Diese Oper war 27 Jahre zuvor in Neapel vorgestellt worden. Das Libretto stammte von Metastasio, dem damals tonangebenden Textdichter, dessen Vorlagen wohl die meist vertontesten Werke der Opernwelt sind. Der zweite Teil der Clemenza-Arie folgt hier als Chor: „Contemplez ces tristes apprets“. In umgekehrter Reihenfolge ist die Ouvertüre der Iphigénie die Ouvertüre von Glucks Merlins Insel oder Die verkehrte Welt (1758). Bach und Händel, beide 1685 geboren, sind sich persönlich nie begegnet. Wohl aber Händel und Gluck, und zwar im März 1746 bei einem gemeinsamen Konzert in London. Einen Monat später gab Gluck dort ein höchst ungewöhnliches Benefizkonzert: Er musizierte „auf 26 Trinkgläsern, mit Quellwasser gestimmt und vom Orchester begleitet“. Auf dieser „engelhaften Orgel“ hatte einige Zeit vor ihm der irische Erfinder und Brauereibetreiber Richard Pockrich die Dubliner mit Händels Wassermusik verzaubert. Benjamin Franklin vollendete die Idee und schuf die Glasharmonika. Auch Mozart komponierte zwei Stücke (KV 617) für dieses originelle Instrument. Mit Gaetano Donizetti fand die musikalische Rarität sogar Eingang in die Oper. Die „Wahnsinnsarie“ der Lucia di Lammermoor wurde, bevor dies eine Flöte übernahm, von einer Glasharmonika begleitet. Händel selbst hat sich in Sachen Opernarien mehrfach von seinem Mitstreiter Giovanni Bononchini anregen lassen. Das bekannteste Beispiel ist sein „Largo“ aus Serse, die Eröffnungsarie par excellence. In der Partitur steht „Larghetto“, populär wurde „Largo“, „Ombra mai fu“ heißt die Arie. 40 Jahre vorher gehörte sie noch zu Bononchinis gleichnamiger Oper. Händel hat sie bearbeitet, veredelt und unsterblich gemacht. "„Gluck hat mir vielle Complimente darüber gemacht. Morgen speise ich bey ihm“, schrieb Mozart 1782. " „Meine Oper ist gestern wieder – und zwar auf begehren des Glucks – gegeben worden; Gluck hat mir vielle Complimente darüber gemacht. Morgen speise ich bey ihm“, schrieb Mozart 1782 und sprach von seiner Entführung aus dem Serail. Das Sujet dieser Oper entwickelte sich aus Glucks „unerwarteter Begegnung“: La rencontre imprévue. Zwei Jahre später fertigte Mozart daraus zehn Variationen um das Thema der Osmin-Arie „Unser dummer Pöbel meint“ („Les hommes pieusement“). Gluck präsentierte er sie in einem Konzert. Gluck war auch Inspiration für Mozarts Idomeneo, Figaro und Don Giovanni, wo seine Alceste die Komtur-Arie beseelte. Im Don Giovanni erweist Mozart in einer einzigen Szene, der Tafelszene („Già la mensa è preparata“), gleich drei großen Opernkomponisten Reverenz: dem „spanischen Mozart“, Martín y Soler, der mit seiner Oper Una cosa rara Mozarts Figaro in Wien vom Spielplan vertrieb, Giuseppe Sarti, den er beim Kaiser in Wien kennenlernte, und sich selbst! In einem Guss zitiert er die Arien „O quanto un si bel giubilo“, „Come un agnello“ und natürlich „Non piu andrai“. Einem Kritiker schrieb Gluck: „Sie sehen mich ganz überzeugt, … daß der Gesang, um zu gefallen, regelrecht und periodisch sein muß, und daß selbst in den Momenten der Verwirrung, wo die singende Person beseelt von verschiedenen Leidenschaften, der reihe nach eine nach der anderen durchläuft, der Componist immer dasselbe Motiv des Gesangs festhalten soll.“ Stefan Sell

Georg Friedrich Händel
(1685 – 1759)

Georg Friedrich Händel (23. Februarjul. 1685 - 14. April 1759) war ein deutsch-britischer Komponist in der Epoche des Barocks. Sein Hauptwerk umfasst 42 Opern und 25 Oratorien – darunter den Messias mit dem bekannten Chorwerk „Halleluja“ – sowie zahlreiche Werke für Orchester und Kammermusik. Händel, dessen künstlerisches Schaffen sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit erstreckte, war gleichzeitig als Opernunternehmer tätig. Er gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker überhaupt. Händels Werke gehören seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen zum Aufführungsrepertoire, länger als die jedes anderen Komponisten.



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