Klassische Musik online - Aktuelles, Konzerte, Biographien, Musik & Videos im Netz.

Klassische Musik und Oper von Classissima

Georg Friedrich HĂ€ndel

Freitag 5. Februar 2016


nmz - neue musikzeitung

19. Januar

Göttinger HÀndel-Festspiele gastieren auch in Polen

nmz - neue musikzeitung Göttingen - Die internationalen Händel-Festspiele Göttingen gastieren in diesem Jahr auch in Polen. Das Festspielorchester führt in Europas aktueller Kulturhauptstadt Breslau das Oratorium «Susanna» auf, das auch zur Eröffnung des Festivals in Göttingen gezeigt wird. Im Gegenzug wird das Breslauer Baroque Orchestra in Göttingen den «Messias» spielen. Das kündigte Intendant Tobias Wolff am Montag bei der Vorstellung des Programms an. Bei den 97. Händel-Festspiele werden vom 5. bis 16. Mai in Göttingen und einem Dutzend weiterer Orte in Südniedersachsen rund 100 musikalische und andere kulturelle Veranstaltungen angeboten. Der Etat des Festivals beträgt wie im Vorjahr rund 1,7 Millionen Euro. Weiterführende Informationen:  Weiterlesen

Crescendo

19. Januar

Öffnen Sie die Augen, Georg Ratzinger! - Kommentar zum Missbrauch bei den Domspatzen

Sehr geehrter Georg Ratzinger – Sie sind müde, Ihre Gesundheit macht Ihnen zu Schaffen: der Körper, das Denken – die Augen. Und, ja, ich kann mir vorstellen, wie mühsam und anstrengend es sein muss, am Ende eines Lebens, fast erblindet, die Augen dann doch noch einmal öffnen zu müssen, wie viel Kraft es braucht, die müden Lider zu heben, nur, um in die Hölle blicken zu können: statt der angenommen 70 Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen reden wir nun wohl von mehreren hundert, der Rechtsanwalt, der die Fälle aufarbeitet, beobachtet einen „Dominoeffekt“ der Offenbarungen und den Einsturz eines Lügengebäudes, lieber Georg Ratzinger, das Sie damals mit erreichtet haben. Hieronymus Bosch hätte sich kaum schlimmer ausmalen können, wie es unter Ihrer Leitung bei den Domspatzen zugegangen ist: Ohrfeigen, Züchtigungen, Missbrauch – im Himmel sollen angeblich die Engel singen, auf Erden wurden sie von Herzens-Zerstörern ausgebildet! Und Sie, Georg Ratzinger, müssten nur einmal noch die Augen öffnen, um Ihre Rolle dabei zu erkennen: vor Gott und der Welt. Körperliche Züchtigung und sexuelle Übergriffe waren bei den Regensburger Domspatzen keine Ausnahme, sondern Teil der Erziehung, eines pädagogischen Systems, dem Sie vorgestanden, das Sie mit erzeugt haben, eines Monsters mit hunderten nicht sehenwollender Augenpaare. Und es ist schwer zu begreifen, warum kein Auge sah und kein Mund geöffnet wurde. Aus Angst? Aus Scham? Warum? – Diese Erklärung, Georg Ratzinger, sind Sie uns schuldig. Denn der Fakt des Wegschauens ist mindestens so erschreckend wie die Missbrauchsfälle an sich. Schließt Gott je seine Augen? Hat Jesus je seine Augen geschlossen? Und, mit aller gegebenen Ehre, Herr Ratzinger: auch Ihr langsames Erblinden und der müde Körper können keine Entschuldigung dafür sein, auch heute noch wegzuschauen und zu schweigen. An Ihrer Person hängt auch die Glaubhaftigkeit Ihrer Institution – der Katholischen Kirche. Für Sich selber, vor Gott! Dass Sie 2010, als die ersten Vorwürfe auftauchten, eingestanden haben selber geschlagen zu haben (bis es strafrechtlich in Bayern verboten wurde), dass Sie sich entschuldigt haben, auch dafür, angeblich nichts bemerkt zu haben – das war ein Anfang. Ein Anfang, der heute eher als Prinzip des eignen Endes zu verstehen ist: Sie gaben nur das Offensichtliche zu, wollten, dass weiter geschwiegen wird. Die Beichte aber funktioniert anders als durch das Verstecken der eigenen Verantwortung vor, ja wem eigentlich? Den Opfern? Dem Publikum? Vor sich selber? Vor Gott? Lieber Georg Ratzinger, Sie waren zeitlebens Musiker. Ihnen unterstand zwar auch die Ausbildung ihrer Knaben, die Erziehung in der Schule, Sie aber interessierte vor allen Dingen die Musik. Damit sind Sie nicht allein. Schon Johann Sebastian Bach ließ sich freikaufen, als er die Thomaner in Leipzig übernahm, um ihnen keinen Lateinunterricht erteilen zu müssen. Auch er wollte sich lediglich an ihrer Musik erfreuen. Aber anders als Sie war Bach nicht schwach: Er kannte seine Grenzen, seine Interessen – und verstand es, sie zu organisieren. Genau daran aber, Georg Ratzinger, sind Sie gescheitert: Sie haben die Verantwortung für die Kinder in Ihrer Schule übernommen – und sie nicht wahrgenommen. Weil Ihnen die Musik wichtiger war? Weil die Disziplin die Musik erst ermöglichte? Weil Engelsstimmen nur durch Teufelsqualen entstehen? Kastraten und Missbrauch Erlauben Sie mir einen Vergleich: die Regensburger Domspatzen sind nicht der einzige Fall in der Geschichte der Musik, in dem Kinderleben für die Schönheit des Klanges geopfert wurden. Für einen Frainelli mussten zehntausende Kinder ihr Leben lassen: Kinder armer Menschen, die sich durch den „Verkauf“ ihrer Söhne und deren Kastration erhofften, wenigstens zu überleben. Es war die Moral der Kirche, die damals das Auftreten von Frauen bei Gottesdiensten verboten hatte, es war die Kirche, die damals nach Kastraten schrie, es war die Kirche, auf deren Kosten die Kinder Italiens verbluteten, verkümmerten oder psychisch gedemütigt und gequält wurden. Es wurde oft darüber geschrieben, ob die Stimme der Kastraten, ob die göttliche Musik, die Vivaldi, Händel und andere für sie geschrieben haben, das Leid rechtfertig. Und die moderne Antwort ist: Nein. Natürlich nicht. Wie leben nicht mehr im Mittelalter, Herr Ratzinger, und das haben wir auch in den 50er Jahren nicht getan, als unter Ihrer Leitung hunderte von Kindern bei den Regensburger Domspatzen gequält und sexuell gedemütigt wurden. Die Katholische Kirche hatte auch damals schon die Kreuzzüge, die Hexenverbrennungen und die Autodafés hinter sich. Ihr Bruder persönlich war es, der sich zeitlebens für die Vereinigung von Logos und Glaube, von Geschichtsschreibung und biblischer Geschichte eingesetzt hat. Als Papst forderte er: „Gewissen heißt, ganz einfach gesagt, den Menschen, sich selbst und den anderen, als Schöpfung annehmen und in ihm den Schöpfer zu respektieren.“ – Darin, lieber Georg Ratzinger haben Sie damals versagt, und darin versagen sie auch in diesen Tagen, in denen Sie die eigene Blindheit und das eigene körperliche Gebrechen als Ausrede für ihr Schweigen nutzen. Beginnen Sie zu leiden Wir haben Papst Johannes Paul II. als Menschen erlebt, der das Amt Gottes auch als Weg des eigenen Gebrechens begriffen hat, als Passion, dem das Papstsein zuweilen zur Qual wurde – und die eigene Qual für seine Gläubigen zu einer Offenbarung. Lieber Georg Ratzinger, es ist die Zeit gekommen, dass auch sie sich auf Erden dieser Qual stellen müssen – und noch einmal ihre Augen und Ihren Mund öffnen müssen. Der Nachfolger Ihres Bruders, Papst Franziskus, versucht in einer enormen Kraftanstrengung einen Grundfehler des Vatikans und der Katholischen Kirche zu beheben: das inhärente, menschenverachtende System des Wegschauens, der eigenen Bereicherung, der Morallosigkeit. Aber auch das Problem einer verdrängten Sexualität. Egal, in welche Religion wir schauen: Überall, wo das sexuelle Verhältnis von Mann und Frau, von Mann zu Mann, von Frau zu Frau tabuisiert wird, wo dem Menschen auferlegt wird, seinen Trieb zu bekämpfen, wo die Keule der Krankheit geschwungen wird, wenn es um Erotik und Lust geht, entstehen Defizite. Es ist wichtig, dass die Kirche gerade das thematisiert. Die aktuellen Nachrichten über die Vergangenheit der Regensburger Domspatzen sind der beste Beweis dafür, wie wichtig es ist, diese Dinge öffentlich zu machen, und dass Religionen, die den Trieb der Lust als Keim des Kranken verurteilen, selber so schnell krank werden. Lieber Georg Ratzinger – für vieles ist es zu spät. Gebrochene Seelen können nicht mehr geheilt werden, nicht auf Erden, nicht durch den Papst – und nicht durch Sie. Aber Sie könnten wenigstens uns die Augen öffnen, jenen, die blind in der Geschichte Ihres Chores stochern, die nicht verstehen, wie es zu all dem kam. Lieber Georg Ratzinger, Sie sind müde, und sie wollen wahrscheinlich von all dem nichts mehr hören. Vielleicht haben Sie längst reinen Tisch gemacht, zwischen Ihrem Gott und ihrer Seele – aber das kann in diesem Moment nicht reichen. Ebensowenig wie die Reaktionen der Domspatzen, die auf ihrer Homepage zwar en Konzert für die Opfer des Ersten Weltkrieges ankündigen, über die Opfer in ihren eigenen Reihen aber schweigen. Der Chor, verehrter Georg Ratzinger, ist am Ende – er wird keine Zukunft haben, nicht so. Nicht, wenn sein einstiger Leiter sich nicht dazu durchringt, sich nicht allein vor seinen Herren zu stellen, es aber gleichzeitig meidet, den Schäfchen Rede und Antwort zu stehen. Es wird schmerzen, Herr Ratzinger, es wird weh tun – aber diese Passion der Reue, den Pilgerweg an das Mikrofon der wahrhaftigen, öffentlichen Beichte, das ist, was von Ihnen erwartet wird. Erklären sie es uns Es kann nicht sein, dass im Namen einer Religion, im Namen der Musik, im Namen der Genialität der Stimme das universelle Recht der Schöpfung missbraucht wird, so wie Sie und Ihre Schule es getan haben. Es ist auch nicht die Entschuldigung an sich, auf welche die Opfer, ihre Angehörigen oder all jene Menschen warten, die den Domspatzen jahrzehntelang die Treue gehalten haben, die in Ihrer Musik glaubten, Gott nahe zu sein und doch nur den Teufel hörten. Es ist vielmehr eine Erklärung, lieber Georg Ratzinger, auf die die Menschen warten. Eine Erklärung, die verhindern hilft, dass derartiges noch einmal passiert. Eine Erklärung, die uns wieder glauben lässt – an die Reinheit der Musik, die auf Kosten Ihrer Domspatzen verdreckt wurde. Raffen Sie sich noch einmal auf, Georg Ratzinger, beginnen Sie die späte Passion – für uns Menschen und vor Ihrem Gott. Axel Brüggemann






Georg Friedrich HĂ€ndel
(1685 – 1759)

Georg Friedrich HĂ€ndel (23. Februarjul. 1685 - 14. April 1759) war ein deutsch-britischer Komponist in der Epoche des Barocks. Sein Hauptwerk umfasst 42 Opern und 25 Oratorien – darunter den Messias mit dem bekannten Chorwerk „Halleluja“ – sowie zahlreiche Werke fĂŒr Orchester und Kammermusik. HĂ€ndel, dessen kĂŒnstlerisches Schaffen sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit erstreckte, war gleichzeitig als Opernunternehmer tĂ€tig. Er gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker ĂŒberhaupt. HĂ€ndels Werke gehören seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen zum AuffĂŒhrungsrepertoire, lĂ€nger als die jedes anderen Komponisten.



[+] Weitere Nachrichten (Georg Friedrich HĂ€ndel)
19. Jan
Crescendo
19. Jan
nmz - KIZ-Nachric...
19. Jan
nmz - neue musikz...
18. Jan
musik heute
18. Jan
Klassik am Mittag
14. Jan
musik heute
6. Jan
ouverture
4. Jan
nmz - KIZ-Nachric...
4. Jan
nmz - neue musikz...
4. Jan
nmz - KIZ-Nachric...
4. Jan
nmz - neue musikz...
31. Dez
ouverture
28. Dez
Brilliant Classic...
27. Dez
ouverture
26. Dez
ouverture
21. Dez
ouverture
17. Dez
ouverture
15. Dez
nmz - neue musikz...
14. Dez
musik heute
14. Dez
nmz - neue musikz...

Georg Friedrich HĂ€ndel




HĂ€ndel im Netz...

Handel by Nicholas McGegan

 Interview [EN]

 

Handel by Nicholas McGegan



Georg Friedrich HĂ€ndel »

Große Komponisten der klassischen Musik

Messias Wassermusik Sarabande Cembalo Opern Oratorien

Seit Januar 2009 erleichtert Classissima den Zugang zu klassischer Musik und erweitert deren Zuhörerkreis.
Mit innovativen Servicedienstleistungen begleitet Classissima Neulinge und Musikliebhaber im Internet.


Große Dirigenten, Große KĂŒnstler, Große OpernsĂ€nger
 
Große Komponisten der klassischen Musik
Bach
Beethoven
Brahms
Debussy
Dvorak
Handel
Mendelsohn
Mozart
Ravel
Schubert
Tschaikowski
Verdi
Vivaldi
Wagner
[...]


browsen Zehn Jahrhunderte der klassischen Musik...